SSK-Projekt 2009 Aylostera-Mediolobivia

Bisherige Ergebnisse

Die Ergebnisse unserer molekularbiologischen Untersuchungen (Ritz et al. 2007) zeigen, dass die Gattung Rebutia nicht monophyletisch ist. Rebutia sensu lato ist kein natürlicher Verwandtschaftskreis. Vielmehr spiegelt der Stammbaum die von Backeberg (1977) angenommene Unterteilung der Gattung Rebutia im Sinne von Krainz (1967) in drei getrennte Gattungen wieder: Aylostera, Mediolobivia und Rebutia. Rebutia (sensu Backeberg) ist in dieser Studie durch zwei Taxa mit haarlosen Perikarpellen mit der Typusart R. minuscula K.Schum. und R. padcayensis Rausch repräsentiert, und befindet sich zusammen mit Sulcorebutia und Weingartia auf Ast E. Die Arten mit haarigen oder borstigen Perikarpellen (Aylostera und Mediolobivia sensu Backeberg) ) bilden den Ast D. Innerhalb dieses Astes lassen sich drei Untergruppen erkennen:

  1. R. pseudodeminuta Backeb., R.fiebrigii (Gürke) Britton & Rose und R. deminuta (F.A.C. Weber) Britton & Rose (Aylostera in Backebergs Klassifikation);
  2. R. pygmaea (R.E.Fr.) Britton & Rose R. steinmannii (Solms) Britton & Rose
  3. R. einsteinii Fric.

Die Untergruppen (2) und (3) entsprechen der der Gattung Mediolobivia in Backebergs Klassifikation.

Bayesische Phylogenie

Baum: Bayesische Phylogenie dieser - neuer Tab

Phylogenie basierend auf Maximum Parsimony

Baum: Maximum Phylogenie dieser - neuer Tab

Verbreitungsgebiete

Verbreitungsgebiete Aylostera-Mediolobivia-Rebutia s.s.
dieser - neuer Tab

Konzept Aylostera-Mediolobivia 2009

Es sollen die infragenerischen Verwandtschaftsbeziehungen im Ast D (gelb markiert im Stammbaum) mit den Gruppierungen Aylostera und Mediolobivia (sensu Backeberg) mit molekularbiologischen Methoden untersucht werden.

Ziel der Untersuchungen ist es, in Fortsetzung unserer bisherigen Arbeiten folgende Fragen zu beantworten:

  1. Sind die Gruppierungen Aylostera und Mediolobivia voneinander zu trennen?
  2. Wie sind morphologische Merkmale und genetische Daten vereinbar?
  3. Gibt es ein geographisches Muster innerhalb der Daten und können wir damit die Besiedlungsgeschichte des Gattungskomplexes rekonstruieren?

Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass die Sequenzanalyse allein die Verwandtschaften nur unzureichend auflöst. Andererseits stößt die AFLP®-Methode an ihre Grenzen, wenn die untersuchten Individuen vergleichsweise weit voneinander verwandt sind. Deshalb ist es notwendig, eine Chloroplastenphylogenie mit beschriebenen Arten als Gerüst zu erstellen und das Ergebnis mit der AFLP®-Methode zu untersuchen. Dafür wiederum müssen bei der Auswahl der Taxa die geografischen Lücken zwischen den Populationen möglichst klein gehalten und gleichzeitig das gesamte bekannte Verbreitungsgebiet möglichst regelmäßig abgedeckt werden.

Kontakt:


Literatur:
BACKEBERG, C. 1977. Das Kakteenlexikon. Gustav Fischer Verlag, Jena.
KRAINZ, H. 1967. Die Kakteen: eine Gesamtdarstellung der eingeführten Arten nebst Anzucht- und Pflege-Anweisungen. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart.
RITZ, C. M., L. MARTINS, R. MECKLENBURG, V. GOREMYKIN und F. H. HELLWIG. 2007. The molecular phylogeny of Rebutia (Cactaceae) and its allies demonstrates the influence of paleogeography on the evolution of South American mountain cacti. American Journal of Botany 94: 1321-1332.

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Studiengemeinschaft Südamerikanische Kakteen